Gesellschaftliches Engagement

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Gleiche Rente von Frauen und Männern!   - Bisher klafft hier eine große Gerechtigkeitslücke

 

 

In Westdeutschland lag 2015 die durchschnittliche monatliche Höhe der Altersrente einer Frau bei 580 €, die eines Mannes betrug 1.040 €. In Ostdeutschland bekam eine Frau im Durchschnitt 846 € monatliche Altersrente und ein Mann 1.124 €.  In den neuen Bundesländern lag der Wert bei den Frauen bei 786 € (denn in der DDR waren vielmehr Frauen vollberufstätig; im Gegensatz zur "Hausfrauenehe" im Westen) Bei den Männern lag die Durchschnittsrente bei 915 €. Ein Grund mehr für Frauen, sich nicht mehr auf die Versorgung durch den Ehemann zu verlassen. Quelle: Statistik der Deutschen Rentenversicherung - Rentenbestand: 31.12.2015

 

 

 

Das Thema. Rente ist mitten Inder Gesellschaft angekommen. Armut im Alter und wie kann man sie vermeiden. Zur Zeit wird dieses Thema von allen gesellschaftliche relevanten Gruppen aufgenommen. Der DEF hat sich schon seit Jahren gewarnt, vor einem Dasein im Alter aus Grundsicherungsniveau. Wünsche, die man immer auf die Zeit nach der Erwerbsphase hinaus geschoben hat, werden  unerfüllt bleiben. Wir befürchten, es wird nahezu alle Menschen betreffen, dennoch sind Frauen besonders benachteiligt: Denn insbesondere für Frauen, die lange Zeiten im Beruf zugunsten anderen Menschen pausiert haben. Wer sich um eine gute Erziehung der Kinder oder um die Pflege Angehöriger aufgeopfert hat, wird im Alter mit Armut bestraft.  Auch mit der sukzessiven  Kürzung der Witwenrenten werden immer mehr  Menschen gezwungen sein, ihre Energie in eine Berufstätigkeit bei Vollzeit zu investieren, sich also in erster Linie nur um sich selbst zu kümmern. Für Familie, Freunde, Ehrenamt wird künftig noch weniger Zeit sein. Dies wird die Entsolidarisierung der Gesellschaft noch beschleunigen!

 

Rente und Armut - ein Wahlkampfthema?

 

Wir sagen nein - denn dafür ist es zu ernst.

 

1.  Familienarbeit muss genauso entlohnt und damit auch  gesellschaftlich wertgeschätzt werden wie Berufstätigkeit.

 

Männer und Frauen ist mehr Anerkennung für Familienarbeit zu zollen.  Wer sich um Kinder unter 10 Jahren oder  sich pflegebedürftige Menschen kümmert,  dem ist in der gesetzlichen Rentenversicherung  eine Anrechnung in Höhe des durchschnittlichen Einzahlungsbetrages zu vergüten.  Betrachtet man die demographische Entwicklung, wäre dies für den Staat die eindeutig günstigere Variante gegenüber der  Fremdbetreuung, zum Beispiel in Horts, Kitas, Heime, etc.

 

2. Die Absenkung des Rentenniveaus von derzeit 47% des letzten Nettoeinkommens auf 43% ab 2020 muss gestoppt werden.

 

Die gesetzliche Rentenversicherung ist für viele die einzige Möglichkeit fürs Alter vorzusorgen. Und selbst wenn Ansparreserven da sind, lehrt die derzeitige Kapitalmarktkrise, auf private „Altersvorsorge“ ist  kein Verlass. Die viel beschworene private Altersvorsorge wurde durch die „europäische Nullzins-Politik“  ad absurdum geführt. Wenigstens die Legislative muss es leisten, dass finanzielle Alterssorgen für die kommende Rentner- und Rentnerinnengeneration deutlich und zuverlässig gemildert werden.

 

3. Maßnahmen für mehr Lohngerechtigkeit

 

Noch immer verdienen Frauen in Deutschland im Durchschnitt mehr als ein Fünftel weniger als männliche Kollegen. Lohngerechtigkeit ist auch eine Basis für eine eigenständige wirtschaftliche Lebenssicherung. Es ist nicht hinnehmbar, dass Frauenarbeit schlechter bewertet wird als männliche Arbeit bei gleichwertigen Leistungen.

 

4. Paradigmenwechsel in der Bewertung von Arbeit, - Ehrenamt - CARE-Arbeit

 

Eine veränderte Lebenswelt, in der sich Rollenbilder verändern und weiter hin zu einer wirklichen Emanzipation verändern, in der Arbeitsplatzsituationen  zunehmend fragiler werden (Praktika, befristete Verträge, höhere Anforderungen an Mobilität und Erreichbarkeit, verdichtete Arbeitsprozesse, u. s. w. taucht für viele Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen vermehrt die Frage nach den eigenen Ansprüchen und Prioritäten auf, im Neudeutschen gerne: Work-Life-Balance genannt. Das heißt aber auch die klassische männliche Erwerbsbiographie von 40 - 45 Jahren sozialversicherungspflichtiger Arbeit bei ein oder zwei Arbeitsgebern wird der Vergangenheit angehören.  Die einstige Regel wird die Ausnahme.

 

5. Die gesellschaftliche Verpflichtung Menschen vor Armut im Alter und bei Krankheit zu schützen.

 

Das ist nur erreichbar, wenn eine Bürgerversicherung eingeführt wird, in die alle Personen, die aus verschiedenen Quellen Einkommen beziehen, in den Solidarfonds einbezahlen.  

 

6. Eine Absicherung über Grundsicherungsniveau

 

Wer nachweisen kann, dass er oder sie 30 Jahre für die Gesellschaft Beiträge geleistet hat, das können sein: Kindererziehung, Betreuung von pflegebedürftigen und kranken Angehörigen oder Personen des persönlichen Umfelds, Ehrenamtsfunktionen und Erwerbsarbeit geleistet hat, dem sollte eine Rente sicher sein, die 30%  über dem Grundsicherungsniveau liegt, wer 40 Jahre und mehr geleistet hat, sollte sicher sein, 50% über dem Grundsicherungsbetrag als Rente zu erhalten.

 

7. Private Vorsorge

 

Wie die derzeitige Null-zins-Politik der europäischen Zentralbank lehrt, kann private Absicherung kein sicheres Instrumentarium sein, sich vor Armut zu schützen.

 

8. Riester-Rente und Altersansparformen dürfen nicht mehr auf die Grundsicherung angerechnet werden.

 

Hier klafft eine große Ungerechtigkeit: wer in guten Jahren von seinem Gehalt Beträge für die Alterssicherung abgeknapst hat, dem sollen sie auch nicht auf die Grundsicherung angerechnet werden. Jeder Anreiz auf eigenverantwortliches Handeln wird damit ad absurdum geführt.  

 

9. keine Anhebung des Renteneintrittsalters

 

Geradezu reflexartig und sich an alte Pfründe klammernd wird oft von Arbeitgeberseite die Erhöhung des Eintrittsalters gefordert und mit der gestiegenen Lebenserwartung begründet.  Eingedenk der zunehmenden Gründe für ein krankheitsbedingtes vorzeitiges Ausscheiden aus dem Berufsleben führt dies nur zu einer weiteren Absenkung des Rentenbetrages. Damit ist keine Altersarmut zu stoppen, sondern dadurch entsteht Altersarmut.

 

 

 

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