Projekte für Frauen in besonderen Lebenslagen

 

Schon bald nach seiner Gründung plant der DEF Ortsverband Hannover unter Federführung von Selma von der Groeben ein „Rettungshaus“ für ledige Frauen zu gründen, die schwanger geworden sind.

 

„Ihr fördert den Leichtsinn!“ äußert sich darauf der empörte Widerstand kirchlich gesonnenen Bürger.

 

Trotz allen Gegenwinds konnte am 01.März 1903 eine Wohnung in der Liebigstraße angemietet werden. Mädchen, deren „Zustand sich nicht mehr verbergen“ ließ wurden aufgenommen; sie wurden betreut und in Hauswirtschaft und Säuglingspflege unterwiesen. Nachdem sie dort ihr Kind zur Welt gebracht hatten, wurde ihnen bei der Suche nach einer Arbeitsstellung sowie einem Pflegeplatz für das Kind geholfen.

 

 

 

Die Zahl der Hilfesuchenden steigt. 1912 wagt es der Verein ein Haus zu bauen, dank zahlreicher Spenden, eines Darlehens und der Hilfe der Stadt Hannover, die ein Grundstück und 30.000 GoldMark zur Verfügung stellt. 1913 wird das „Versorgungshaus“ in der Beckhusenstraße 22 eingeweiht. Es soll 1928 den Namen: „Mutter- und Säuglingsheim“ erhalten. Die Entbindungsstation wird zunehmend auch von verheirateten Frauen aufgesucht. Die Krankenschwestern und die Organisation wird von Schwestern der Malche, ein Frauenorden geleistet.

 

 

 

Da viele unverheiratete Frauen, ihre Kinder nicht bei sich aufziehen können, wird es notwendig, daß Kinderheime eingerichtet werden. Von 1925-1981 bis besteht die „Kinderheimat“ in Kirchrode. Der Bedarf ist groß. 1952 wird mit dem Haus „Irene“ in Langenhagen ein Zuhause für 50 Kinder geschaffen, ein Großteil dieser Kinder ist cerebral-behindert. Viele Kinder werden auch an Adoptionseltern vermittelt.

 

 

 

In den 60er Jahren kommt es in der Gesellschaft zu einem großen Umbruch bei ethischen Einstellungen gegenüber Sexualität und lediger Mutterschaft. Erstmals ist es mit der „Anti-Baby-Pille“ gelungen, eine sichere Verhütung vor Schwangerschaft zu finden.  Das „Mutter- und Säuglingsheim“ wurde eine moderne gynäkologische Klinik, die mit Belegärzten zusammen arbeitete.

 

 

 

Für den DEF-Ortsverband Hannover stand und steht das Leben der alleinstehenden

 

Frauen und das Gedeihen der Kinder im Mittelpunkt.

 

Man kann sagen, die bisherige Aufgabe hat sich erfüllt. Der DEF-Ortsverband Hannover suchte nach modernen Formen, in Not geratenen alleinstehenden Müttern  zu helfen. 1988 wurde das „Mutter- und Säuglingsheim“ verkauft. Das Haus „Irene“ mußte 1994 verkauft werden, da die immer größer werdenden staatlichen Auflagen, z.B. Fahrstuhl für Pflegebetten, von einer kleineren Einrichtung nicht mehr finanziell getragen werden konnten. Dafür wurden Wohnungen für alleinstehende Mütter errichtet und 1995 in der Weidetorstraße 12 ein Haus mit Garten gekauft.

 

 

 

 

 

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